Praxis für Erwachsene und Jugendliche  Daniel Heihoff  I  Heilpraktiker (Psychotherapie)
Psychotherapie I Traumatherapie I Psychoonkologie

Traumatherapie


Ohne Sicherheit vermag der Mensch weder seine Kräfte auszubilden
noch die Frucht der selben zu genießen;
denn ohne Sicherheit ist keine Freiheit.
(Wilhelm von Humboldt)


Jeder Mensch erlebt im Laufe seines Lebens belastende Situationen. In den meisten Fällen können diese Situationen gut verarbeitet werden, ohne dass die Betroffenen weitere Belastungen davontragen. Erleben sich Menschen jedoch in extremen, teilweise lebensbedrohlichen Stresssituationen, so übersteigen diese Erfahrungen bei weitem die bisher funktionierenden Bewältigungsmechanismen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob die auslösende Situation auch von außen als bedrohlich erscheint. Entscheidend ist das Empfinden der Betroffenen.

Als Folge der Traumatisierung entstehen im wesentlichen 3 Symptomgruppen (Typ 1 Trauma):

1. Übererregung

Der Organismus aktiviert in der traumatisierenden Situation alle zur Verfügung stehenden Kräfte (Kampf-Flucht Reaktion). Es wird Adrenalin ausgeschüttet, Herzfrequenz und Blutdruck steigen, die Atemfrequenz nimmt zu. Dies wird vom Körper abgespeichert und die Betroffenen befinden sich auch später, nach der traumatisierenden Situation, in dieser Übererregung. Jederzeit bereit, sich zu verteidigen, immer auf der Hut, bereit zur Flucht. Sie sind Überwachsam um mögliche Gefahren frühzeitig wahrzunehmen. Auch scheinbar "harmlose" Dinge können die Betroffenen in Panik versetzen.

2. Wiedererleben

Kommen die Betroffenen in eine Situation, die sie an das Trauma erinnert oder werden sie durch Auslösereize (Trigger) daran erinnert, werden sie innerhalb von Sekundenbruchteilen wieder in die Situation versetzt. Sie erleben die Situation noch einmal, fühlen sich wie in der Situation und sind hoch erregt (Flashbacks). Es kann auch sein, dass Betroffene von der traumatisierenden Situation träumen.

3. Vermeidung

Die Betroffenen versuchen, alles zu vermeiden, was sie an die traumatisierende Situation erinnern könnte; Orte, Dunkelheit, Menschenansammlungen, Gerüche, Themen, Farben, etc. Gleichzeitig ist es so, dass Teile der traumatisierenden Situation den Betroffenen nicht bewusst sind (Abgespalten). Dies führt dazu, dass sie zwischen dem Symptom (Übererregung, Panik) und dem aktuellen Erleben keinen Zusammenhang herstellen können. 

Die meisten Betroffenen beschreiben eine große Angst vor, "verrückt" zu werden, nicht "normal" zu sein. Es gilt jedoch: Die beschriebenen Symptome sind eine "normale" Reaktion der Psyche auf ein "unnormales Ereignis. Nicht die Betroffenen sind "verrückt", sondern die auslösende Situation.

Komplexe Traumatisierung (Typ 2 Trauma)

Wenn Menschen über einen längeren Zeitraum mit traumatisierenden Situationen konfrontiert werden (Geiselhaft, Folter,  fortgesetzter Missbrauch, Vernachlässigung, andauernde Gewalterfahrungen), so kann dies zu einem sogenannten komplexen Trauma führen. Dies kann erhebliche Beeinträchtigungen des Erlebens, Denkens und Fühlens nach sich ziehen:

- Veränderungen der Emotionsregulation und der Impulskontrolle,

- Veränderungen in Aufmerksamkeit und Bewusstsein,

- Veränderung der Selbstwahrnehmung,

- Veränderungen in der Beziehung zu anderen Menschen,

- Veränderung der Lebenseinstellung,

- ggf. körperliche Folgen (Somatisierung).

 

Traumatherapie

Ich arbeite mit der lösungsorientierten Traumatherapie, EMDR sowie Elementen aus der Ego State Therapie und der Psychoimaginativen Traumatherapie. Welches Vorgehen im Einzelfall sinnvoll ist, bespreche ich vorab mit den Klienten. Grundsätzlich gilt: Das Tempo bestimmt der Klient (Wenn es arg schnell gehen soll, "bremse" ich sanft. Ich gebe aber nie ein schnelleres Tempo vor, als der Klient). Der Klient bestimmt auch ob, wann und was er über die traumatisierende Situation erzählt.

Zunächst geht es um das Schaffen grundlegender Sicherheit. Es soll kein Täterkontakt bestehen, die Betroffenen sind in einer sicheren Umgebung und es besteht für sie die Möglichkeit, sich zu schützen bzw. sich Schutz zu holen.

Dann erfolgt die Traumatherapie in 3 Phasen:

1. Stabilisieren:

In dieser Phase geht es zunächst darum, dass die Betroffenen wieder die Kontrolle über das eigene Erleben bekommen. Dies geschieht mithilfe verschiedener Übungen zur Distanzierung und zur Stabilisierung.

2. Verarbeitung

Hierbei geht es um die Integration der traumatischen Erfahrungen in den eigenen Lebensentwurf bzw. um das Auflösen der negativen Emotionen. Dies kann durch Konfrontation geschehen (EMDR), muss es aber nicht.

3. Neuorientierung

Erarbeitung neuer Perspektiven